Konzentration von Golfanlagen – Warum sich Multi Course Owners weltweit erfolgreich weiterentwickeln und weshalb Einzelclubs weiterhin das Fundament des Golfmarktes bilden
Die Golfbranche befindet sich in einem spürbaren Strukturwandel. Über viele Jahre war der Markt vor allem von einzelnen, lokal geführten Golfanlagen geprägt – und genau diese Einzelclubs repräsentieren auch heute nach wie vor die Basis der Angebotsseite des Golfmarktes. Sie sind vielerorts das Rückgrat der Branche, schaffen Identität, Nähe und Verlässlichkeit und prägen mit großem persönlichem Einsatz das Golfangebot vor Ort.
Gerade deshalb verdient es besondere Anerkennung, mit wie viel Engagement, Verantwortungsbewusstsein und Leidenschaft die Verantwortlichen ihre Golfanlagen und Golfclubs führen. In einem zunehmend anspruchsvollen Marktumfeld leisten sie Tag für Tag Außergewöhnliches, um den aktuellen und künftigen Herausforderungen der Branche erfolgreich zu begegnen. Dieser persönliche Einsatz ist und bleibt eine tragende Stärke des Golfmarktes.
Gleichzeitig setzt sich zunehmend ein weiteres Modell durch: Immer mehr Anlagen werden von Unternehmern betrieben, die mindestens zwei Standorte unter gemeinsamer Führung bündeln. Diese Unternehmer werden in der Golfbranche als Multi Course Owners bezeichnet.
Mit der zweiten Anlage verändert sich nicht nur die Größe eines Unternehmens, sondern vor allem dessen betriebswirtschaftliche Logik. Prozesse lassen sich standardisieren, Leistungen bündeln, Einkaufsvorteile nutzen und Angebote standortübergreifend entwickeln. Aus einzelnen Golfanlagen entstehen auf diese Weise professionell gesteuerte Unternehmensstrukturen.
International haben Unternehmen wie Troon und U-Golf beziehungsweise vergleichbare Multi-Anlagen-Modelle früh gezeigt, wie erfolgreich sich dieses Prinzip entwickeln kann. In der D-A-CH-Region stehen dafür beispielhaft die Murhof Gruppe in Österreich, die Weiland Gruppe in Deutschland und die Migros-Gruppe in der Schweiz. Sie zählen zu den nationalen First Movern der Branche, weil sie früh erkannt haben, dass Golfanlagen nicht nur sportliche Infrastruktur, sondern zugleich wirtschaftlich skalierbare Dienstleistungsunternehmen sind.
Wie weit diese Entwicklung inzwischen fortgeschritten ist, zeigen auch die Zahlen aus dem Archiv des Bundesverbands Golfanlagen e.V.: 29 Golfplatzunternehmen betreiben 127 Golfanlagen in der D-A-CH-Region. Das verdeutlicht, dass die Konzentration im Golfmarkt längst kein Randphänomen mehr ist, sondern ein klar erkennbarer Strukturtrend.
Die Gründe dafür sind vielfältig. Der Betrieb einer Golfanlage ist in den vergangenen Jahren deutlich anspruchsvoller geworden. Themen wie Personalgewinnung, Greenkeeping, Bewässerung, Energie, Digitalisierung, Buchungssysteme, Vertrieb, Gastronomie und Eventmanagement verlangen heute ein hohes Maß an Professionalität. Betreiber mehrerer Anlagen können viele dieser Aufgaben zentral organisieren und Spezialkompetenzen effizienter einsetzen.
Hinzu kommen betriebswirtschaftliche Vorteile: Multi Course Owners erzielen häufig bessere Einkaufskonditionen, bündeln Verwaltungsaufgaben, steuern Investitionen gezielter und sichern Qualitätsstandards über mehrere Standorte hinweg. Gleichzeitig eröffnen sich neue Möglichkeiten in der Vermarktung. Statt nur einen einzelnen Platz anzubieten, können sie ihren Kunden ein Netzwerk unterschiedlicher Anlagen und Nutzungsmodelle zur Verfügung stellen.
Genau darin liegt eine der großen Stärken dieses Modells. Mehrere Anlagen ermöglichen flexiblere Mitgliedschaften, standortübergreifende Spielrechte, eine breitere Zielgruppenansprache und eine stärkere Kundenbindung. Für Gäste und Mitglieder steigen Auswahl, Verfügbarkeit und Erlebnisvielfalt. Für die Betreiber verbessert sich zugleich die wirtschaftliche Stabilität, weil Risiken auf mehrere Standorte verteilt und Entwicklungspotenziale gezielter genutzt werden können.
Für die Branche insgesamt ist die Konzentration von Golfanlagen deshalb kein kurzfristiger Trend, sondern Ausdruck einer reifer werdenden Golfökonomie.
Der Blick nach vorn spricht dafür, dass sich diese Entwicklung fortsetzen wird. Steigende Kosten, Fachkräftemangel, Investitionsbedarf und der Wunsch vieler Golfer nach flexibleren Angeboten begünstigen Betreiberstrukturen mit mehreren Standorten. Multi Course Owners werden die Zukunft der Branche daher maßgeblich mitprägen – nicht allein durch ihre Größe, sondern vor allem durch ihre Fähigkeit, Synergien in Qualität, Wirtschaftlichkeit und Marktstärke zu übersetzen.
Bei aller Dynamik dieses Strukturwandels bleibt jedoch festzuhalten: Die Einzelclubs und individuell geführten Golfanlagen bleiben auch künftig ein unverzichtbarer Bestandteil, ja die Basis des Golfmarktes. Sie stehen für regionale Verwurzelung, persönliche Betreuung und eine hohe Identifikation mit dem Produkt Golf. Gerade im Zusammenspiel aus engagiert geführten Einzelanlagen und professionell entwickelten Mehranlagenstrukturen liegt eine große Chance für die weitere positive Entwicklung der gesamten Branche.
