Von den BVGA-Golfanlagen: Golfclub Kitzbüheler Alpen Westendorf Kids2Golf Week: Wie Golfanlagen die Zukunft des Golfsports aktiv gestalten!
Wenn über die Zukunft des Golfsports gesprochen wird, geht es längst nicht mehr nur um Investitionen in Plätze, Infrastruktur oder Digitalisierung. Die entscheidende Frage lautet vielmehr: Wie gelingt es Golfanlagen, Kinder und Jugendliche nachhaltig für den Golfsport zu begeistern? Denn die jungen Menschen von heute sind nicht nur der Nachwuchs auf den Driving Ranges – sie sind die Mitglieder, Gäste, Kunden und Botschafter der Golfanlagen von morgen. Gerade in Zeiten eines immer intensiveren Freizeitwettbewerbs braucht es deshalb kreative Ideen, moderne Konzepte und vor allem engagierte Menschen, die bereit sind, neue Wege zu gehen.
Ein beeindruckendes Beispiel dafür liefert der Golfclub Kitzbüheler Alpen Westendorf rund um Geschäftsführer und Präsident Jakob Haselsberger. Gemeinsam mit Partnern, Verbänden und der Austrian Alpine Open 2026 entsteht dort ein außergewöhnliches Jugendprojekt, das weit über ein klassisches Golfturnier hinausgeht. Mit der „Kids2Golf Week“ wird eine ganze Region zur Bühne für den Golfsport – mit Erlebnisangeboten, Turnieren, Golf-Clinics, Stadtaktionen, Schnuppergolf und direkten Begegnungen mit Tour-Professionals. Das Ziel: Golf emotional, modern, zugänglich und erlebbar machen.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Förderung talentierter Nachwuchsgolfer:innen, sondern vor allem die Begeisterung von Kindern und Jugendlichen für Bewegung, Gemeinschaft und den Golfsport insgesamt. Die Kombination aus Spitzensport, Eventcharakter und niederschwelligen Mitmachangeboten könnte dabei richtungsweisend für viele Golfanlagen im deutschsprachigen Raum werden.
Im Gespräch mit der Redaktion der Fachzeitschrift golfmanager spricht Jakob Haselsberger, Geschäftsführer und Präsident Golfclub Kitzbüheler Alpen Westendorf über Visionen, Herausforderungen und darüber, warum Jugendförderung heute Chefsache sein muss.
Red.: Herr Haselsberger, warum ist Ihnen das Thema Kinder- und Jugendförderung persönlich so wichtig?
JH:Weil Kinder und Jugendliche die Zukunft unserer Golfanlagen sind. Wenn wir junge Menschen heute nicht für den Golfsport begeistern, werden wir morgen große Herausforderungen bekommen. Golf konkurriert heute mit unglaublich vielen Freizeitangeboten – deshalb müssen wir aktiv auf Kinder zugehen und ihnen zeigen, wie spannend, emotional und gemeinschaftlich unser Sport sein kann.
Mit der „Kids2Golf Week“ setzen Sie ein außergewöhnlich umfangreiches Projekt um. Wie entstand die Idee dazu?
JH: Die Austrian Alpine Open 2026 bieten eine einmalige Bühne. Wir haben uns gefragt: Wann haben wir schon die Möglichkeit, Spitzengolf, mediale Aufmerksamkeit und Nachwuchsförderung so ideal miteinander zu verbinden? Daraus entstand die Idee, rund um das Turnier eine komplette Erlebniswoche für Kinder und Jugendliche aufzubauen. Uns war wichtig, dass die jungen Menschen nicht nur zuschauen, sondern selbst aktiv Teil des Events werden.
Was macht das Konzept aus Ihrer Sicht besonders?
JH: Wir denken Jugendförderung ganzheitlich. Es geht nicht nur um ein Turnier oder ein Training. Wir schaffen Erlebnisse. Kinder sollen Golf mit Spaß, Emotionen und besonderen Momenten verbinden. Deshalb kombinieren wir Schnuppergolf, Fun-Golf, Golf-Clinics mit Tour-Professionals, gemeinsame Turnierbesuche und Aktionen wie „Beat the Pro“. Dadurch entstehen Erinnerungen, die bleiben. Genau das braucht der Golfsport heute.
Sie sprechen bewusst nicht nur bestehende Nachwuchsgolfer:innen an, sondern auch Kinder ohne Golfbezug. Warum?
JH: Weil wir neue Zielgruppen erreichen müssen. Natürlich wollen wir die Jugendlichen fördern, die bereits aktiv Golf spielen. Aber gleichzeitig müssen wir Kindern, die bisher keinen Zugang zum Golfsport hatten, die Möglichkeit geben, Golf unkompliziert kennenzulernen. Genau dafür sind Formate wie Schnuppergolf oder „Golf in the City“ ideal. Golf muss sichtbarer und nahbarer werden.
Ein wichtiger Bestandteil ist auch die Einbindung von Schulen und regionalen Nachwuchsspielern.
JH: Absolut. Wir möchten möglichst viele Kinder und Jugendliche aus Tirol und ganz Österreich einbinden. Dazu gehören Kaderspieler genauso wie Anfänger oder interessierte Schüler. Besonders spannend ist für uns die Zusammenarbeit mit Schulen und Programmen wie „Golf goes School“. So entstehen völlig neue Berührungspunkte mit dem Golfsport.
Die Veranstaltung wirkt fast wie ein großes Festival rund um den Golfsport. War das bewusst so geplant?
JH: Ja, definitiv. Wir wollten bewusst eine lebendige, moderne Atmosphäre schaffen. Mit Musik, Spielen, Trickshows, Meet & Greets, Putting-Challenges und gemeinsamen Aktionen entsteht ein Eventcharakter, der gerade junge Menschen anspricht. Golf darf heute ruhig emotionaler, lockerer und erlebnisorientierter präsentiert werden.
Welche Rolle spielt dabei die mediale Aufmerksamkeit der Austrian Alpine Open?
JH: Eine enorme Rolle. Die gesamte Golfbranche spricht immer davon, neue Zielgruppen erreichen zu wollen. Hier haben wir die Chance, genau das zu tun – mit nationaler Aufmerksamkeit, Social Media, Presse und starken Bildern. Die Verbindung von Jugendförderung und Profitour transportiert eine unglaublich starke Botschaft. Wenn wir diese Aufmerksamkeit intelligent nutzen, entsteht daraus langfristiger Mehrwert für den gesamten Golfsport.
Ein Highlight ist sicherlich das „Beat the Pro“-Format. Warum sind solche Erlebnisse wichtig?
JH: Weil Kinder Idole brauchen. Wenn Jugendliche plötzlich einem Tour-Pro direkt begegnen oder sogar gegen ihn antreten dürfen, entsteht Begeisterung auf einem völlig anderen Level. Genau solche emotionalen Momente prägen junge Menschen nachhaltig.
Wie groß ist der organisatorische Aufwand hinter einer solchen Woche?
JH: Natürlich enorm. Ohne starke Partner, engagierte Mitarbeiter, Verbände, Clubs und Volunteers wäre das nicht möglich. Entscheidend ist aber vor allem eines: ein gemeinsames Bekenntnis aller Beteiligten, dass Kinder- und Jugendförderung Priorität haben muss. Wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen, kann unglaublich viel entstehen.
Was wünschen Sie sich langfristig für den Golfsport?
JH: Ich wünsche mir, dass wir Kinder- und Jugendförderung nicht mehr als Zusatzaufgabe sehen, sondern als strategische Kernaufgabe jeder Golfanlage. Wer heute in junge Menschen investiert, investiert direkt in die Zukunft seines Betriebs. Wir müssen mutiger werden, neue Formate ausprobieren und Golf emotionaler präsentieren. Kinder brauchen Erlebnisse, Vorbilder und Gemeinschaft. Wenn wir ihnen das bieten, wird Golf auch in Zukunft ein starker und erfolgreicher Sport bleiben.
Vielen Dank für das spannende und angenehme Gespräch, Herr Haselsberger!
Ein Beispiel mit Signalwirkung für die gesamte Branche
Die „Kids2Golf Week“ vom 27. bis 31. Mai 2026 im Golfclub Kitzbüheler Alpen Westendorf zeigt eindrucksvoll, wie moderne Nachwuchsarbeit heute aussehen kann: professionell organisiert, emotional inszeniert, offen für neue Zielgruppen und eng verknüpft mit Spitzensport und medialer Aufmerksamkeit. Dabei geht es um weit mehr als einzelne Events. Es geht um Haltung. Um die Bereitschaft, Kinder und Jugendliche wirklich in den Mittelpunkt zu stellen und ihnen echte Erlebnisse zu ermöglichen. Die Golfbranche steht vor großen Herausforderungen – aber auch vor großen Chancen. Projekte wie dieses beweisen, dass Golfanlagen viel bewegen können, wenn sie mutig denken, partnerschaftlich handeln und langfristig investieren. Vielleicht ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt für viele Verantwortliche in Golfanlagen, sich eine entscheidende Frage zu stellen:
- Wenn nicht wir die nächste Generation für den Golfsport begeistern – wer dann?


